Veranstaltungsanmeldung

Kinderschutz in einer zunehmend digitalisierten Welt (Online)

04.11.2026 12:00-18:45

Anmeldefrist: 03.11.2026

Villa Eberhardt

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren, vor 25 Jahren durfte ich 2001 die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm gründen. Schon damals war neben der regionalen Versorgung psychosoziale Forschung im Bereich Mental Health ein wichtiger Punkt auf meiner Agenda. Ich habe Kinder- und Jugendpsychiatrie immer als einen Seismographen für gesellschaftliche Entwicklungen erlebt. Nicht selten haben wir aufgrund der Probleme unserer Patientinnen und Patienten bestimmte Entwicklungen sehr früh gesehen und konnten deshalb nicht nur im Kinderschutz und den Frühen Hilfen, sondern auch bei anderen wichtigen Entwicklungsthemen Akzente setzen. Kinderschutz ist ein schillernder Begriff. Er reicht von dem Recht von Kindern, gewaltfrei aufzuwachsen, welches mittlerweile sogar als Nachhaltigkeitsziel (SDG 16.2) international gerahmt wurde. Über den inhaltsbezogenen Kinder- und Jugendmedienschutz bis hin zum individuellen Kinderschutz im Familien- und Zivilrecht, von neuen Gewaltformen im Internet durch „digital neglect“ oder digitale Übergriffe im Netz bis hin zur Strafverfolgung - hier muss gelten: Was in der analogen Welt verboten ist, muss auch im Internet verboten und verfolgbar sein. Fachlich setzen wir uns in der Alltagspraxis noch zu wenig mit der zunehmend digitalisierten Welt, in der Kinder und Jugendliche heute aufwachsen, auseinander. Deshalb sind wir dankbar, dass die Präsidentin der EU-Kommission, Dr. Ursula von der Leyen, durch die zielgerichtete Verwendung eines Teils ihres Preisgelds vom Internationalen Karlspreis in Deutschland die Integration des digitalen Kinderschutzes in die Kinderschutzleitlinie fördert und damit eine Grundlage auch für ein europäisches Guidance Papier gelegt hat. Neue Entwicklungen bringen aber auch für die Praxis des Kinderschutzes in der Jugendhilfe und im Sozialen Entschädigungsrecht große Chancen für Erleichterungen mit sich. Auch das wollen wir bei diesem Symposium ausleuchten. Damit wollen wir pars pro toto einigen, besonders risikofreudigen, mutigen Förderern danken, die bei jeweiligen Themen unsere ersten Schritte begleitet haben, bevor wir über große Resultate verfügten und dann die großen Förderer eingehen konnten. Ich freue mich sehr auf Ihre Teilnahme. Prof. Dr. Jörg M. Fegert

Wenn Sie Fragen haben wenden Sie sich bitte an tagungen.kjp@uniklinik-ulm.de.